Bluthochdruck

Was ist Bluthochdruck?


Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine weit verbreitete Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems. Schätzungen zufolge leiden in Europa bis zu 30 % der Erwachsenen darunter. In der Altersgruppe über 55 ist in Deutschland durchschnittlich jeder Zweite davon betroffen und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Hypertonie an.

Der Blutdruck wird durch verschiedene Mechanismen im Organismus reguliert. Hormone sowie Gefäß- und Nervenaktionen steuern ihn. Bei Bestimmung des Blutdrucks werden zwei Werte festgehalten: Der obere, sogenannte systolische Druck und der untere, sogenannte diastolische Druck. Sie werden in mmHG (Millimeter Quecksilbersäule) gemessen. Bei einem gesunden Menschen liegen sie bei rund 120/80 mmHg. Die Systole ist die Phase des Herzens, in welcher sich die linke Herzkammer zusammenzieht und Blut in die Aorta (Hauptschlagader, über die sauerstoffreiches Blut in den Körper gelangt) pumpt. Parallel dazu gelangt Blut aus der rechten Herzkammer in den Kreislauf der Lunge. Zu diesem Zeitpunkt ist der Blutdruck am höchsten. Während der Diastole wiederum entspannen und erweitern sich die Herzkammern, damit neues Blut hineinströmen kann. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich der niedrigste Blutdruck messen.

Verschiedene Risikofaktoren können dafür verantwortlich sein, dass der Blutdruck dauerhaft erhöht ist. Oft nehmen Betroffene erhöhten Bluthochdruck zunächst jedoch nicht wahr. Erst über einen längeren Verlauf zeichnen sich erste Hinweise auf die Erkrankung ab und hierin liegt das große Risiko der Hypertonie: Mit der Zeit können lebenswichtige Organe wie das Herz, das Gehirn, die Nieren und die Augen dauerhaft geschädigt werden. Mögliche Folgen sind Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz), Schlaganfall, Nierenschwäche sowie vermindertes Sehvermögen.

Was sind die Ursachen für Bluthochdruck?

Liegen einem erhöhten Blutdruck keine anderen Erkrankungen zugrunde, dann sprechen Mediziner von einer sogenannten primären oder essenziellen Hypertonie. Diese Form des Bluthochdrucks entwickelt sich zum Beispiel infolge einer familiären Vorbelastung (Disposition). Häufig sind dann auch weitere Mitglieder in der Familie von erhöhtem Blutdruck betroffen. Außerdem steigt der Blutdruck natürlicherweise mit zunehmenden Lebensalter an, da die Gefäßwände mit dem Alter weniger elastisch sind.

Neben der erblichen Veranlagung spielen verschiedene Faktoren, welche vor allem im individuellen Lebensstil begründet sind, bei der Entstehung von Bluthochdruck eine wesentliche Rolle. Dazu zählen:

  •     zu wenig körperliche Bewegung
  •     Übergewicht (Body-Mass-Index: BMI > 25)
  •     hoher Kochsalzkonsum
  •     gesteigerter Alkoholkonsum
  •     Rauchen
  •     anhaltender Stress
  •     Schlafapnoe-Syndrom

Bei der sogenannten sekundären Hypertonie liegt dem erhöhten Blutdruck eine andere Erkrankung zugrunde. Geschätzt leiden 15 % der von Hochdruck betroffenen Personen an Nierenerkrankungen, hormonellen Störungen (z. B. aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion oder Erkrankungen der Nebennierenrinde) oder Folgen der Einnahme verschiedener Medikamente (z. B. hormonelle Verhütung, Glukokortikoide/Kortison etc.).

Welche Beschwerden verursacht Bluthochdruck?

Bei vielen Betroffenen bleibt Bluthochdruck über einen längeren Zeitraum unbemerkt. Erste Alarmsignale können Ein- und Durchschlafstörungen sowie ein unruhiger Schlaf sein. Auch leichte Erregbarkeit und innere Unruhe können in erhöhtem Blutdruck begründet sein. Außerdem sind sogenanntes Ohrensausen beziehungsweise Geräusche in den Ohren mögliche Hinweise.

Kopfschmerzen und Schwindelerscheinungen, insbesondere unter körperlicher sowie psychischer Belastung, können ebenfalls Warnsignale dafür sein, dass der Blutdruck erhöht ist. Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann sich auch in Anzeichen äußern, wie sie bei einer Reihe von Herzerkrankungen auftreten: Atemnot, Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust. Auch Herzrhythmusstörungen sind mögliche Folgen von Bluthochdruck.

Blutdruck messen

Wie stellt der Arzt bei Bluthochdruck die Diagnose?

Zu Beginn der Untersuchung führen Ärzte mit Betroffenen ein eingehendes Gespräch. Die Krankengeschichte (Anamnese) ist für die weitere Diagnosestellung und spätere Einschätzung der Untersuchungsergebnisse ausschlaggebend. Folgende Fragen stehen auf der Liste des Internisten, wenn es um das Thema Bluthochdruck geht:

  • Liegt eine erbliche Veranlagung für erhöhten Blutdruck oder Herzerkrankungen vor? D.h. gibt es nahe Verwandte, die unter Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder erhöhten Cholesterinwerten (Hypercholesterinämie) leiden?
  • Sind Vorerkrankungen, insbesondere Herzprobleme, Diabetes, Nieren- oder andere Stoffwechselerkrankungen bekannt?
  • Wie steht es um weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Alkoholkonsum oder Rauchen?
  • Werden regelmäßig Medikamente eingenommen, und wenn ja welche?
  • Treten regelmäßig Schlafstörungen auf oder ist bekannt, ob eine Schlafapnoe besteht?
  • Ist Stress ein Problem beziehungsweise liegen starke seelische oder berufliche Belastungen vor?

Im Anschluss an das Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Blutdruckmessung. Da viele Menschen bei der Blutdruckmessung zunächst nervös sind, erfolgt sie idealerweise in ruhiger Atmosphäre und mehrmals hintereinander, um erhöhte Werte infolge von Aufregung ausschließen zu können. Einmalig erhöhte Blutdruckwerte haben in solchen Fällen keine große Aussagekraft. In vielen Fällen führt der Arzt auch eine Langzeit-Blutdruckmessung durch, um einen konstanten Eindruck über den Blutdruck im Verlauf eines Tages erhalten zu können.

Weiterhin stehen die Gewichtsmessung sowie die Untersuchung von Herz, Lunge und großen Gefäßen (z.B. Halsschlagadern) mit dem Stethoskop auf der Checkliste des Internisten. Außerdem umfasst eine Basisdiagnostik erste Blut- und Urinuntersuchungen. Eine Untersuchung mittels Ultraschall bietet die Möglichkeit, Größe und Beschaffenheit der Nieren zu begutachten. Ein Elektrokardiogramm (EKG) hilft, um Veränderungen am Herzmuskel und Herzrhythmusstörungen diagnostizieren zu können.

Wie kann Bluthochdruck behandelt werden?

Ziel einer jeden Behandlung von zu hohem Blutdruck ist es, das Risiko für Folgeerkrankungen zu verringern. Ist der Blutdruck nur leicht erhöht (im Bereich von 140/90 mmHg), können bereits einige Änderungen der individuellen Lebensgewohnheiten dabei helfen, die Werte wieder auf ein Normalmaß abzusenken. Dabei ist es unter anderem wichtig,

  • die Ernährung anzupassen, um vorhandenes Übergewicht zu reduzieren,
  • weniger Salz zu sich zu nehmen,
  • auf das Rauchen zu verzichten und den Alkoholkonsum einzuschränken,
  • sich regelmäßig – an 5-7 Tagen in der Woche für mindestens 30 Minuten – körperlich zu betätigen und zu bewegen, sowie
  • persönlichen Stress abzubauen.


Reicht ein gesunder und aktiver Lebensstil nicht aus, um den Blutdruck dauerhaft abzusenken, kommen verschiedene Medikamente zur Unterstützung infrage. Am häufigsten verwendet werden:

  • ACE-Hemmer
  • Betablocker
  • Diuretika
  • Kalziumantagonisten
  • Sartane (Angiotensin-Antagonisten)

Ihr Arzt wird Ihnen abhängig von Ihrer individuellen Krankengeschichte einen Wirkstoff empfehlen, der für Sie am besten geeignet ist.

Medikamenteneinnahme

ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer)
AEC-Hemmer nehmen Einfluss auf Hormone des Körpers, die den Blutdruck regulieren. Insbesondere blockieren sie ein bestimmtes Enzym, das für die Bildung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin mitverantwortlich ist.

Betablocker
Betablocker verlangsamen den Herzschlag und senken auf diese Weise den Blutdruck. Außerdem helfen sie, das Herz gegen die Wirkung von Stresshormonen abzuschirmen. Welches Medikament aus der Gruppe der Betablocker geeignet ist, hängt unter anderem auch davon ab, ob weitere Erkrankungen vorliegen.

Diuretika
Diuretika sind Medikamente zur Entwässerung und wirken harntreibend. Sie nehmen Einfluss auf die Funktion der Nebennieren und senken so den Blutdruck in den Gefäßen langfristig ab.

Kalziumantagonisten
Kalziumantagonisten weiten die Blutgefäße. Der Blutdruck sinkt, da das Blut sich in den Gefäßen besser verteilen kann.

Sartane (Angiotensin-Antagonisten)
Sartane hemmen die Wirkung des Blutdruck-steigernden Hormons Angiotensin.

Unter Berücksichtigung möglicher Grund- oder Begleiterkrankung können die verschiedenen Wirkstoffklassen einzeln (Monotherapie) oder zusammen (Kombinationstherapie) angewendet werden.

Wie ist die Prognose bei Bluthochdruck?

Bleibt ein Bluthochdruck unbehandelt, besteht das Risiko, dass verschiedene Endorgane auf lange Sicht geschädigt werden. Dieses Risiko lässt sich begrenzen, wenn ein anhaltend erhöhter Blutdruck rechtzeitig behandelt wird. In den meisten Fällen ist es notwendig, blutdrucksenkende Medikamente lebenslang einzunehmen. Lassen Sie dabei regelmäßig von Ihrem Arzt überprüfen, ob die Behandlung Erfolg hat. Möglicherweise ist es erforderlich, verwendete Medikamente anzupassen. Ein gesunder Lebensstil kann helfen, die Wirkstoffdosis so gering wie möglich zu halten.
 

Kann man Bluthochdruck vorbeugen?

Zu hohem Blutdruck lässt sich vor allem durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen. Dazu ist es wichtig, täglich Gemüse zu verzehren, sich in der Freizeit regelmäßig zu bewegen, möglichst wenig Alkohol zu konsumieren und ein Normalgewicht (BMI unter 25 kg/m2) aufrechtzuerhalten.

 

Referenzen:
https://www.gesundheitsinformation.de/bluthochdruck-hypertonie.2083.de.html
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bluthochdruck/was-ist-bluthochdruck/
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/So-laesst-sich-Bluthochdruck-vorbeugen-265085.html