Yoga und Pilates

Yoga und Pilates

Sport - zu jeder Jahreszeit

Nebel, Regen, Schnee und Frost – selbst Menschen, die sich ansonsten gerne bewegen, vergeht in den kalten Wintermonaten regelmäßig die Lust auf Sport. Lieber kuschelt man sich gemütlich in eine Decke und verbringt die Freizeit auf dem Sofa, statt bei unwirtlichen Temperaturen und Dauerregen durch den Park zu joggen oder gar eine Radtour zu unternehmen. Doch Sport ist gerade im Winter wichtig, denn Bewegung stärkt das Immunsystem und sorgt auch in der dunklen Jahreszeit für die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin, das uns vor depressiven Verstimmungen schützt. Zudem macht eine zwei- oder dreimonatige Sportpause all das zunichte, was wir im Sommer mühsam an Kondition und Muskelmasse aufbauen konnten.

Wer sich dennoch unter keinen Umständen für den Gedanken erwärmen kann, im Winter im Freien Sport zu treiben, dem stehen selbstverständlich auch im Haus unzählige Möglichkeiten zur Verfügung, sich fit zu halten. Hierzu zählen beispielsweise die beliebten Trendsportarten Yoga und Pilates, die unabhängig von Alter, Geschlecht, Sportlichkeit und Gelenkigkeit für nahezu jeden Menschen geeignet sind.

Yoga – mehr als nur Bewegung

Yoga kommt ursprünglich aus Indien, wo es vermutlich schon seit etwa 5000 Jahren bekannt ist. Das Wort Yoga entstammt dem altindischen Sanskrit und bedeutet so viel wie „Verbindung“ oder „Einheit“. Gemeint ist damit die Verbindung von Körper und Geist, und tatsächlich ist Yoga weit mehr als nur Bewegung. Ursprünglich handelte es sich sogar um eine rein geistige Disziplin: Menschen, die damals Yoga praktizierten, gingen davon aus, dass sich viele körperliche Vorgänge, wie zum Beispiel die Regulation der Körpertemperatur, über den Geist beeinflussen lassen (Mediziner der Harvard-Universität haben dies mittlerweile wissenschaftlich belegt). Die heute bekannten Körperübungen (Asanas) des Yoga kamen hingegen erst später hinzu.

Yoga-Übung im Freien

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten geht es bei diesen Übungen nicht darum, die Muskeln möglichst stark zu trainieren. Vielmehr werden alle Bewegungen langsam und stufenweise ausgeführt, begleitet von einer tiefen Atmung, um danach in eine tiefe Entspannung zu gelangen. Mithilfe der Asanas lässt sich der gesamte Körper trainieren und Muskeln, Sehnen und Gelenke kräftigen. Neben körperlichen Verspannungen können die verschiedenen Körper-, Atem- und Konzentrationsübungen aber auch dazu beitragen, geistige und seelische Blockaden zu lösen. Ursprüngliches Ziel des Yoga ist es, langfristig in einen Zustand vollständiger Harmonie von Körper, Geist und Seele zu gelangen.

Pilates

Pilates ist ein systematisches Körpertraining, das nach seinem Erfinder, Joseph H. Pilates benannt ist. Ebenso wie beim Yoga soll das sanfte Training, bei dem einzelne Muskeln und Muskelpartien gezielt aktiviert, entspannt und gedehnt werden, nicht nur den Körper, sondern auch den Geist ansprechen. Dabei stehen Ihnen rund 500 verschiedene Übungen zur Verfügung, die mehrheitlich auf einer Matte auf dem Boden durchgeführt werden. Die fließenden Bewegungen ohne Hüpfen, Springen oder die Verwendung schwerer Gewichte machen Pilates zu einer besonders sanften Trainingsmethode, sie erfordern allerdings eine exakte Bewegungskoordination. Lassen Sie sich die Übungen und ihre exakte Ausführung deshalb am besten zunächst von einem professionellen Trainer zeigen. Sind Sie mit den Bewegungen vertraut, können Sie diese auch mit verschiedenen Kleingeräten wie Bällen, Bändern und Balancerollen ausführen, die die Feinmotorik, Koordination und Körperwahrnehmung zusätzlich verbessern sollen.

Pilates mit Hund

Schwerpunkt des Pilates-Trainings ist der Muskelaufbau in der Körpermitte, insbesondere der Tiefenmuskulatur des Beckenbodens, des Bauches, der Wirbelsäule und des Zwerchfells (auch als Pilates-Kraftzentrum bezeichnet). Sie werden im modernen Leben selbst bei ansonsten sportlichen Menschen oft nicht ausreichend beansprucht und verkümmern, was zu einer schlechten Körperhaltung, Verspannungen und chronischen Schmerzen führen kann.

Praktische Tipps für das Training zu Hause

  • Suchen Sie sich für die Übungen einen geeigneten Platz in Ihrem Haus. Dieser muss nicht groß sein, aber genügend Raum bieten, um sich in alle Richtungen frei auszustrecken.

  • Sperren Sie während der Übungszeiten den Alltag aus und lassen Sie sich nicht durch Telefon, Türklingel und Co. bei den Übungen stören.

  • Ziehen Sie bequeme Kleidung an, die Sie nicht in Ihrer Beweglichkeit beeinträchtigt: Zwickende, enge Hosen und Oberteile haben bei Yoga und Pilates nichts verloren.

  • Machen Sie die Übungen am besten auf einer weichen, rutschfesten Matte, legen Sie außerdem ein Handtuch und eine Flasche Wasser bereit.

  • Tragen Sie keine Schuhe: Sowohl Yoga als auch Pilates werden entweder barfuß oder auf Socken ausgeübt.

  • Bauen Sie die Übungen fest in Ihren Tagesablauf ein, beispielsweise vor dem Frühstück oder vor dem Abendessen.

Referenzen:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2095254618301005
https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/training/kein-lust-auf-bewegung-aktiv-trotz-kaelte-sieben-sportarten-fuer-den-winter_id_4435634.html
Ostermeier-Sitkowski, U. Das große Yoga-Basisbuch. Knaur Ratgeber Verlag, München 2006
Gienger, Z. Stark mit Yoga: Übungen für alle Lebenslagen.  Karl F. Haug Verlag, Stuttgart 2008
Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V.: https://www.yoga.de/yoga/
https://www.pilates.de