Spaß am Sport: So motivieren Sie kleine Bewegungsmuffel

Im Zeitalter von Handy, Tablet und Co kommen Sport und Bewegung bei vielen Kindern zu kurz. Lesen Sie hier, wie Sie als Eltern Ihre kleine Bewegungsmuffel aus der Reserve locken und wieder mehr Action in den Alltag Ihres Kindes bringen können.
 
Eigentlich haben Kinder von klein auf einen natürlichen Bewegungsdrang: Sie lieben es, herumzutollen, zu rennen, zu hüpfen und zu toben. Und dabei macht Bewegung nicht nur Spaß. Sie ist auch für eine gesunde Entwicklung unerlässlich, denn Kinder lernen durch Bewegung: Sie schult das Körperbewusstsein, die Koordination und den Gleichgewichtssinn, sie verbessert die Auffassungsgabe und die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für mehr Selbstvertrauen und ein besseres Sozialverhalten. Und auch die Gesundheit profitiert von regelmäßiger Bewegung, denn Sport stärkt nicht nur Muskulatur und Knochen, sondern auch das Herz, die Lunge und das Immunsystem.


Kleine Bewegungsmuffel auf dem Vormarsch

Umso alarmierender sind die kürzlich in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlichten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation: Vier von fünf Kindern und Jugendlichen bewegen sich demzufolge zu wenig. Nur noch ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen erreicht das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Mindestmaß von einer Stunde Bewegung pro Tag. Denn im Zeitalter von Handy, Computer, Tablet und Co. stehen Chillen, Abhängen und Zocken bei vielen Kinder deutlich höher im Kurs. Mehr als zwei Stunden verbringen vier von zehn Kindern und Jugendlichen laut einer anderen aktuellen Studie an Fernseher, Computer oder Handy, und auch den Schulweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen, ist aus der Mode gekommen. Das bleibt nicht ohne Folgen: Mehr als jedes 7. Kind in Deutschland ist mittlerweile übergewichtig, und auch Rückenschmerzen und Haltungsschäden durch zu viel Sitzen sowie motorische Defizite haben bei Kindern stark zugenommen.


Wieder Spaß an Bewegung: Das können Sie als Eltern tun

Doch was können Eltern tun, um ihre kleinen Bewegungsmuffel wieder auf Trab zu bringen? Hier gilt es zunächst, den Kindern mit gutem Beispiel voran zu gehen, denn der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Kinder schauen sich Verhaltensmuster in erster Linie von den Eltern ab. Sein Sie also vor allen Dingen selbst aktiv und leben Sie Ihren Kindern den Spaß an Bewegung vor: wer selbst den ganzen Tag vor Computer oder Fernseher sitzt, wird sein Kind nur schwer für regelmäßige Bewegung begeistern können. Aber keine Sorge: Sie müssen keinesfalls eine Sportskanone sein, um mehr Bewegung in den Alltag Ihres Kindes zu bringen. Meist reichen schon kleine Maßnahmen und Tricks, um den bewegungsunwilligen Sprössling aus der Reserve zu locken.

  • Bringen Sie Ihr Kind einfach mal zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Kita oder in die Schule, statt das Auto zu nehmen, und benutzen Sie die Treppen anstelle des Fahrstuhls, wenn Sie gemeinsam unterwegs sind.
  •  „Wetten ich bin als erster am Klettergerüst?“ Kinder lieben kleine Wettbewerbe, bei denen sie sich unter Beweis stellen können und lassen sich so oft ganz leicht auf spielerische Weise zu mehr Bewegung und sportlicher Aktivität animieren.
  • Alleine ist langweilig: Machen Sie gemeinsame Ausflüge ins Schwimmbad, auf einen Spielplatz oder in die Kletterhalle oder unternehmen Sie am Wochenende eine Fahrradtour. Ältere Kinder können Sie vielleicht mit gemeinsamem Geocaching aus der Reserve locken. Denn wenn Bewegung zur Familiensache wird, macht es allen Beteiligten umso mehr Spaß.
  • Auch wenn es vielen Eltern schwerfällt und die Nerven strapaziert: Seien Sie in der Nähe, falls es wirklich einmal gefährlich wird, aber geben Sie Ihrem Kind auch genügend Freiräume und schränken Sie es in seinem natürlichen Bewegungsdrang nicht unnötig ein. Kinder wollen und müssen die Welt auf ihre Weise entdecken und dass es dabei gelegentlich zu Schrammen, Beulen oder aufgeschlagenen Knien kommt, gehört dazu.
  • Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Sportart ihm besonderen Spaß macht, denn Spaß ist das allerwichtigste beim Sport. Viele Vereine bieten deshalb Probestunden an, an denen Ihr Kind teilnehmen kann.
  • Schaffen Sie auch zuhause Bewegungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel ein Trampolin im Garten oder eine Tischtennisplatte im Keller. Auch mit Bällen, Seilen oder anderen Hilfsmitteln lässt sich ganz einfach Bewegung in den Alltag bringen.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind, wenn es sich bewegen möchte oder Interesse an einer Sportart zeigt, bauen Sie jedoch auf keinen Fall Leistungsdruck auf.
  • Vereinbaren Sie bei Bedarf feste Regeln für die Zeit an Computer, Handy oder Spielekonsole.


Wie viel Bewegung braucht mein Kind?

Sie sind sich nicht sicher, ob ihr Kind genug Bewegung bekommt? Dann orientieren Sie sich am besten an folgenden Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums:

  • Säuglinge und Kleinkinder: So viel wie möglich, schränken Sie den natürlichen Bewegungsdrang Ihres Kindes deshalb so wenig wie möglich ein.
  • Kindergartenkinder: Mindestens 180 Minuten pro Tag
  • Grundschulkinder und Jugendliche: Mindestens 90 Minuten (mittlere und hohe Intensität)

 

Referenzen:
https://www.thelancet.com/journals/lanchi/article/PIIS2352-4642(19)30323-2/fulltext
https://dgou.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht-pressemitteilungen/artikel/rueckenschmerzen-bei-kindern-vorbeugen-raus-aus-dem-dauersitzen-und-rein-in-die-bewegung/
https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/familie/kinder-zu-bewegung-motivieren-2009482
https://www.gesundheit.gv.at/leben/bewegung/gesunde-bewegung/kinder-bewegung
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/altersgruppen/kleinkinder/entwicklung-erziehung/kinder-brauchen-bewegung/
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/Focus/JoHM_02_2018_Sport_Ernaehrungsverhalten_KiGGS-Welle2.pdf?__blob=publicationFile
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/mediennutzung/medien-risiken/https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_01_2018_Adipositas_KiGGS-Welle2.pdf?__blob=publicationFile
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/1-3-jahre/freiraeume/
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/B/Bewegung/Nationale-Empfehlungen-fuer-Bewegung-und-Bewegungsfoerderung-2016.pdf

 



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