Die Lunge

Der Hauch des Lebens

Sie versorgt uns bei jedem Atemzug mit lebenswichtigem Sauerstoff. Ein Blick ins Körperinnere zeigt, dass die Natur uns mit einem meisterhaften Organ ausgestattet hat.


Ohne Essen könnten wir ein paar Wochen überleben. Würden wir nicht mehr trinken, kommen wir notfalls einige Tage aus. Eine Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr ist jedoch schon nach wenigen Minuten tödlich. Denn die Zellen unseres Körpers müssen ständig mit frischem Sauerstoff versorgt werden. Deshalb atmen wir 12- bis 20-mal in der Minute ein und aus – und das meist unbewusst. Bei jeder Atembewegung strömt ein halber bis ein Liter Luft in die Lungen. Pro Minute kommt man so auf etwa zwölf und während eines Tages auf bis zu 20.000 Liter. Gut 20 Prozent davon ist Sauerstoff. Doch zusammen mit der Luft strömen nicht nur flüchtige Gase in unsere Lunge, sondern auch Pollen, Staub oder andere Kleinstteilchen, die in der Luft schweben. Nicht alle finden  durch Ausatmen wieder ihren Weg nach draußen. Damit sie die Lunge nicht verschmutzen können, sind die Atemwege auf der Innenseite mit einer Bronchialschleimhaut ausgestattet, die wiederum schleimproduzierende Becherzellen und Flimmerhärchen. Aber auch die wichtigen Elemente, die eingeatmet werden, müssen aufwendig bearbeitet werden. Um Sauerstoff richtig nutzen zu können, ist die Lunge deshalb viel komplizierter aufgebaut, als die zwei Säcke rein äußerlich den Anschein haben. Jede der beiden Lungen in unserem Brustraum ist etwa 500 Gramm schwer, zusammen haben sie ein Volumen von vier bis sechs Litern. Während die Lungenoberfläche bei Kindern noch blass rot aussieht, ist sie bei Erwachsenen durch die abgelagerten Staubpartikel fleckig grau. Beide Lungenflügel sind von einer hauchdünnen Hülle überzogen, dem Lungenfell. Darüber liegt das Rippenfell. Zwischen Lungen- und Rippenfell befindet sich ein Zwischenraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, damit die beiden Schichten beim Atmen nicht schmerzhaft aneinanderreiben. In der Lunge herrscht zudem Unterdruck, der Brustkorb verhindert, dass sie in sich zusammenfällt. Wenn wir einatmen und den Brustkorb erweitern, dehnen wir damit das Lungengewebe aus und schaffen Raum für neue Luft. Die Kraft kommt dabei aus der Atemmuskulatur, vor allem aus dem Zwerchfell und den  äußeren Zwischen-Rippenmuskeln. Ist die Luft über Nase oder Mund eingeatmet, gelangt sie in die Luftröhre, die sich in die beiden Hauptbronchien aufteilt. Sie sind der Anfang des Bronchialbaums und führen in die rechte und linke Lunge. Hier wiederum verzweigen sie sich in immer kleiner und zahlreicher werdende Äste (Bronchiolen), bis sie schließlich in die Alveolen, die kleinen Lungenbläschen, münden. Bis zu 300 Millionen solcher kleinen Bläschen besitzt die Lunge. Sie sind etwa 0,2 Millimeter groß und bilden ein schwammartiges Gewebe. Die Lungenbläschen sind die Atmungskammern der Lunge. In ihnen findet der Gasaustausch mit den Blutgefäßen statt. Doch der Reihe nach: Das Herz pumpt das sauerstoffarme Blut aus dem Körper über die Lungenarterie in die Lunge. Das anfangs noch große Blutgefäß verästelt sich parallel zum Bronchialbaum in immer kleinere Arterien, Arteriolen und Kapillaren. Die kleinen Kapillaren umschlingen die einzelnen Alveolen und bilden mit ihnen zusammen die „Blut-Luft-Schranke“, wo der Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch stattfindet. Die roten Blutkörperchen in den Kapillaren geben hier ihr Kohlendioxid ab und nehmen frischen Sauerstoff auf. Das nun sauerstoffreiche Blut fließt über die Lungenvenen zum Herzen. Von hier aus gelangt es in die Arterien des großen Körperkreislaufs und versorgt alle Organe, Muskeln und Gewebe mit frischem Sauerstoff. Das nach dem Gasaustausch in den Lungenbläschen verbliebene Kohlendioxid verlässt mit der nächsten Ausatmung den Körper.

 

 

Winterschutz für die Atemwege - Prävention

Viren, Fremdkörper und Allergene setzen den Atemwegen gehörig zu – die Folgen sind gereizte Schleimhäute, Halsschmerzen und Bronchitis. Doch mit den richtigen Tipps stärken Sie Nase, Hals und Lunge!

1. Temperatur regulieren: Achten Sie darauf, dass Sie die Wohnräume nicht überheizen. Wichtig ist eine gute Luftfeuchtigkeit, damit die Schleimhäute feucht bleiben und ihre Schutzfunktion optimal ausüben können. Gerade trockene Heizungsluft schwächt die Immunabwehr. Deshalb sollten Sie zwei- bis dreimal täglich das Fenster öffnen und stoßlüften sowie viel trinken.

2. Raus an die frische Luft: Ein kleiner Spaziergang jeden Tag bringt Ihre Abwehrkräfte in Schwung und pustet die Lungen durch. Zudem ist Obst als Vitaminquelle eine große Hilfe. Mindestens vier Portionen am Tag sollten es schon sein.

3. Weg mit dem Glimmstängel: Wer als Raucher immer wieder unter Husten und Auswurf leidet, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vielleicht hat sich eine chronische Bronchitis entwickelt. Dann gehen Schleimhautzellen ein, die Bronchialwände verdicken, und einzelne Bronchien kollabieren beim Ausatmen bis hin zu einer Atemnot. Pflaster, Kaugummis oder Lutschtabletten erleichtern das Abgewöhnen des Rauchens. Lassen Sie sich in Ihrer Alphega Apotheke beraten.

4. Durchblutung ankurbeln: Auch Wechselduschen und Saunagänge stärken das Immunsystem und regen die Durchblutung an. Wer erkältet ist, sollte jedoch nicht in die Sauna gehen.

5. Wohnung vorbereiten: Triefnasen und Husten müssen nicht die Folge einer Erkältung sein. Auch Allergien können mächtig auf die Atemwege schlagen. Hausstauballergiker sollten auf eine allergenarme Schlafumgebung achten. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach Produkten zur Beseitigung von Hausstaubmilben.
 

 

TEXT: JULIA SALFELD



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