Wie Sport die Gesundheit stärkt

Die beste Methode, um seine Gesundheit zu stärken, ist Bewegung. Schon 15 Minuten Aktivität am Tag reichen, um seine Lebenszeit zu verlängern. Warum Sport für unseren Körper so wichtig ist und Krankheiten verhindern kann.

 
Sobald es die ersten Sonnentage im Frühling gibt, sind wieder zahlreiche Jogger auf den Straßen oder in Parks zu sehen. Haben Sie nicht auch Lust, jetzt mal wieder draußen Sport zu machen? Die frische Luft versorgt unsere Lunge mit viel Sauerstoff, und bei dem schönen Wetter kann unser Körper hervorragend Vitamin D bilden und schüttet vermehrt das Glückshormon Serotonin aus. Die vielen Eindrücke draußen trainieren zudem unsere Sinnesorgane. Aber auch wer lieber in der Halle oder im Fitnessstudio trainiert, stärkt seinen Körper natürlich ebenfalls effektiv. Denn nichts ist für unsere Gesundheit so wichtig wie regelmäßige Bewegung. Der menschliche Körper ist darauf ausgerichtet, aktiv zu sein. Unsere ausgestorbenen Verwandten, die Neandertaler, liefen bis zu 40 Kilometer am Tag, heute sind es gerade mal 1,5 Kilometer, die wir zu Fuß unterwegs sind. „Sitzen ist das neue Rauchen“, sagen Ärzte mittlerweile, weil der träge Lebensstil immer mehr Krankheiten verursacht. Dabei ist das Sportprogramm leicht zu erfüllen. Schon wer 15 Minuten am Tag körperlich aktiv ist, senkt sein Risiko, frühzeitig zu sterben, um 14 Prozent, fanden Wissenschaftler von Taiwans nationalem Gesundheitsinstitut in einer Studie heraus.

Sport stärkt die Blutgefäße und Atmung
Unser Herz profitiert von Sport enorm, denn körperliche Anstrengung kurbelt nicht nur den Kreislauf an und verbessert so die Durchblutung im Körper, sondern stärkt auch den Herzschlag und wirkt Bluthochdruck (Hypertonie) entgegen. Denn die Aktivität sorgt dafür, dass die Gefäße weit gestellt sind und das Herz gegen einen geringeren Widerstand anpumpen muss. Dieser Effekt hält noch Stunden danach, manchmal gar bis zu einem Tag an. Patienten, die an leichter Hypertonie leiden, können durch täglichen Sport nahezu gesunde Werte erlangen. Der Lunge tut ein Trainingsprogramm ebenfalls gut, denn dabei vertieft sich die Atmung. Außerdem steigt dadurch die Zahl der roten Blutkörperchen, woraufhin mehr Sauerstoff im Körper transportiert wird. Menschen, die an chronischen Lungenkrankheiten wie Asthma oder COPD leiden, können durch moderate  Sportarten wie Walking, Radfahren oder Schwimmen die Kondition stärken und Atemnot reduzieren. Darüber hinaus sorgt Bewegung dafür, dass sich die Knochendichte erhöht und Gelenke belastbar bleiben. Durch Aktivität verbessert sich außerdem der Glukosetransport in die Zellen und der Blutzuckerspiegel bleibt auf normalem Level. Deshalb sollten auch Diabetespatienten unbedingt Sport machen. Frauen, die regelmäßig trainieren, können damit ihr Brustkrebsrisiko um bis zu 40 Prozent senken. Das Darmkrebsrisiko lässt sich durch körperliche Aktivität sogar um bis zu 50 Prozent reduzieren. Hierbei gibt es eine deutliche Dosis-Wirkungs-Relation: Je mehr und je häufiger jemand Sport macht, desto stärker verringert sich sein Risiko, an den genannten Tumorarten zu erkranken. Auch bei Krebspatienten kann regelmäßige Bewegung die Behandlung unterstützen, weil sie z. B. die Erschöpfungszustände (Fatigue-Syndrom) verbessert und die vermehrte Bildung von Abwehrzellen des Immunsystems anregt. Bei Dickdarmkrebs kann körperliche Aktivität die Überlebensrate sogar um etwa 50 Prozent erhöhen, zeigt eine Studie des Dana-Farber Cancer Institute in Boston.

Bewegung ist der beste Schutz vor Alzheimer
Sport hat auch noch einen weiteren wichtigen Effekt: Es stärkt unser Denkorgan. Unser Gehirn braucht nämlich ein Mindestmaß an Bewegung, um seine Aufgaben gut erfüllen zu können. Als Neurologen des Klinikums rechts der Isar untersuchten, wie sich zügiges Fahrradfahren auf die Hirnregionen auswirkt, stellten sie bei den Probanden Erstaunliches fest: Durch das Ausdauertraining stieg die Durchblutung bestimmter Hirnregionen um bis zu 30 Prozent an. Zudem wird dabei eine Fülle von Proteinen hergestellt, darunter Wachstumsfaktoren, die wie ein Dünger im Gehirn wirken. Sie sorgen etwa dafür, dass sich neue Blutgefäße in Cortex und Kleinhirn bilden und neue Nervenzellen im Hippocampus entwickeln, ein Areal, das u. a. fürs Lernen und Gedächtnis zuständig ist. Schon nach einer Woche Training ist der Spiegel der Wachstumsfaktoren deutlich erhöht. Wer sich häufig bewegt, stärkt also auch seine geistige Leistungsfähigkeit, ganz nach dem Motto „Lauf dich schlau“. Eine schwedische Langzeitstudie unter knapp 1500 Männern und Frauen ergab, dass Menschen, die in mittleren Jahren mindestens zweimal in der Woche Sport machen, ein um 60 Prozent geringeres Risiko haben, später an Alzheimer zu erkranken. Regelmäßige körperliche Anstrengung ist vermutlich die beste Methode zur Prävention von Alzheimer, sie ist effektiver als Denksport und gesunde Ernährung, so das Fazit der Mayo Clinic Alzheimer’s Disease Research Center (USA).  

Fettverbrennung beginnt sofort nach dem Start
Abnehmwillige sollten natürlich ebenfalls auf Sport setzen. Die Fettverbrennung beginnt sofort nach dem Start des Trainings, nach 30 Minuten mittelstarker Belastung stellen Fette dann den größten Teil der Energie bereit. Je länger die letzte Mahlzeit zurückliegt, desto früher greift der Körper übrigens auf seine Fettreserven zurück. Wer drei- bis viermal pro Woche 1 bis 1,5 Stunden Sport macht, verbraucht 2000 Kilokalorien mehr als jemand, der nur gemütlich auf dem Sofa sitzt. Optimal ist, Ausdauersport und Muskeltraining zu machen. Eine Sportart, die beides vereint, ist Boxtraining. Das wird auch von Fitnessstudios zunehmend angeboten. Es findet dabei nicht im Ring statt, sondern als intensives Work-out (z. B. Body Combat, FitFight) und wird auch bei Frauen immer beliebter. Wer im Takt der Musik die Fäuste durch die Luft schnellen lässt, das Bein nach vorne kickt, dann wieder Liegestützen macht, trainiert Muskeln, Kreislauf und Gleichgewichtssinn und baut nebenbei noch gut Stresshormone ab. Ob Joggen, Schwimmen, Aerobic, Boxen oder Pilates: Für welche Sportart Sie sich auch immer entscheiden, das Wichtigste ist, dass sie Spaß macht. Denn nur dann bleiben Sie dauerhaft am Ball und stärken Ihre Gesundheit. Wer täglich 10 bis 15 Minuten seine Arme mit Hanteln trainiert, stärkt die Muskeln deutlich. Beim Boxen verbessern sich Reaktionsfähigkeit und Gleichgewichtssinn.
 

 

TEXT: JULIA SALFELD



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